Bibeltexte des Tages

Evangelium und Lesungen des Sonntags

 
 

 

 

1. Lesung    Jona 3, 1 - 5.10 

             Das Buch Jona aus dem 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus ist eine humorvolle Lehrerzählung, keine historische Geschichte. Sie hat als Thema Vorurteile gegen Andersgläubige und Anfragen an Gott, warum er mit denen so gnädig ist. Die heutige Lesung setzt in der Erzählung an der Stelle ein, wo Jona von dem Fisch – der in der Bibel kein Walfisch ist – an Land gespuckt wird. Nach seiner anfänglichen Weigerung tut nun Jona doch das, was Gott will und kündigt den Ungläubigen, die böse handeln, das Strafgericht in allernächster Zeit an. Und es geschieht Unglaubliches. 

             Das Wort des Herrn erging an Jona: Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde. Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.  Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.



 

2. Lesung    1 Kor 7, 29-31 

             Die heutige neutestamentliche Lesung ist dem 1. Korintherbrief des Paulus entnommen, der in den 50er Jahren des 1. Jahrhunderts geschrieben wurde. Viele – unter ihnen auch Paulus – glaubten damals, das Ende der Welt sei nahe und damit das Kommen Jesu Christi. Da wollte man alle Kräfte bündeln auf dieses Ereignis hin, damit man im Gericht bestehen könne. Soll man dann überhaupt noch heiraten? Wie sollen Christen überhaupt leben angesichts der knappen Zeit, die ihnen bleibt? 

            Ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.


 

 

Evangelium   Mk 1, 14-20 

             Im Folgenden hören wir einen Textabschnitt aus dem Anfang des Markusevangeliums. In ihm wird die Zusammenfassung der Verkündigung Jesu wie eine Überschrift allen weiteren Erzählungen dieses Evangeliums vorangestellt: „Das Reich Gottes ist da, kehrt um und glaubt an die frohe Botschaft!“ 

            Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.